Zum erfolgreichen Start in ein langes, gesundes Katzenleben gehört auch eine bedarfsgerechte Ernährung, denn sie bildet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Katzenwelpen. Hoch- wertige Futterprodukte helfen, das Immunsystem junger Katzen wirkungsvoll und nachhaltig zu unter- stützen. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass durch die optimale Ernährung junger Katzen eine positive Verstärkung der Impfantwort (die Reaktion des Körpers auf einen Impfstoff) bei verschiedenen Virusinfektionen erzielt wird. Im Hinblick auf die optimale Ernährung von Katzenwelpen lassen sich 3 Entwicklungsphasen definieren, in denen jeweils unterschiedliche Nährstoffbedarfe berücksichtigt werden müssen.
1. Phase: wir wollen Milch!
In den ersten Wochen ernähren sich Katzenwelpen ausschließlich von Muttermilch. Das Verdauungs- system ist noch nicht in der Lage, feste Nahrung zu verwerten. Zum Aufpäppeln mutterloser oder schwacher Katzenkinder, bei unzureichender oder fehlender Milchbildung sowie bei Erkrankungen der Kätzin wird eine Aufzuchtmilch eingesetzt. Die Anforderungen an eine Ersatzmilch sind hoch. Der Nährstoffgehalt muss so nah wie möglich am Original sein, der natürlichen Katzenmilch. Kuhmilch wird diesem Anspruch nicht gerecht, weil sie anders zusammengesetzt ist und zu viel Milchzucker enthält. Eine gut bekömmliche Ersatzmilch soll folgende Eigenschaften aufweisen:
hoher Protein- und Energiegehalt
geringer Milchzuckeranteil
stärkefrei
hochverdauliche Rohstoffe
hohe Gehalte der Fettsäuren Dokosahexaensäure (DHA) & Eicosapentaensäure (EPA)
2. Phase: bitte was mit Biss!
Zwischen der 4. und 6. Lebenswoche beginnt für junge Kätzchen die Umstellung von reiner Milchkost auf feste Nahrung. Milch allein kann während dieser besonders intensiven Wachstumsphase, die etwa bis zum 4. Lebensmonat anhält, nicht mehr decken. Die Aufzuchtnahrung sollte folgendes beinhalten:
hoher Fett- bzw. Energiegehalt
hochwertige Proteine mit günstigem Aminosäure-Profil
an die Milchzähne angepasste Trockenfutter-Kroketten
hochverdauliche Inhaltsstoffe für eine optimale Verdauung
ausgewogenes Kalzium-/Phosphatverhältnis zur Entwicklung des Knochenbaus
erhöhte Gehalte der Fettsäuren DHA & EPA
Zur Futterumstellung eignet sich ein Brei, der aus Aufzuchtnahrung oder Kitten-Trockenfutter unter Beimischung von warmem Wasser oder Aufzuchtmilch zubereitet wird. Die Flüssigkeitsmenge sollte nach und nach reduziert werden.
3. Phase: auf dem Weg vom Winzling zum Taschentiger!
Vom 4. bis zum 12. Lebensmonat ist der Energiebedarf eines Kätzchens immer noch groß, nimmt aber – bezogen auf das Körpergewicht – kontinuierlich ab. Das Wachstum verlangsamt sich. Muskeln und Skelett reifen jetzt aus. Das Futter muss auch jetzt besonders energiereich sein und genügend Mineralstoffe für das Knochenwachstum beinhalten. Das Verdauungssystem wird belastbarer und bestimmte Nährstoffe, wie. z.B. Stärke, können zunehmend besser verwertet werden. Das Milchgebiss wird durch die bleibenden Zähne ersetzt. An die Milchzähne angepasste Trockenfutter-Kroketten mit sogenannten „Kalziumfängern“ können die Zahnsteinbildung stark bremsen und manchmal sogar völlig verhindern.
Die Unterstützung des Immunsystems ist in dieser Wachstumsphase besonders wichtig. Zunächst sind die Welpen durch die Kolostralmilch geschützt, einer besonders eiweißreichen Vormilch, die während der ersten 2 Tage nach der Geburt von der Mutterkatze produziert wird und wichtige Immunstoffe enthält. Dieser passive Schutz lässt jedoch nach, während gleichzeitig die Fähigkeit zur eigenen Immunabwehr bei den Kitten noch nicht vollständig entwickelt ist. Das führt zu einem erhöhten Infektionsrisiko. Stress-Situationen, wie z.B. Entwöhnung, eine neue Umgebung inkl. veränderter Sozialpartner, belasten ebenfalls das Immunsystem der Jungtiere und können den Ausbruch von Infektionen fördern. Katzenwelpen sind in dieser Zeit besonders für Herpesinfekte anfällig. Die Symptome sind mal schwach, mal stark ausgeprägt und können im schlimmsten Falle sogar zum Tode führen.
Hier leistet die richtige Fütterung einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung. Die in hochwertiger Aufzuchtnahrung enthaltenen Vitamine E, C, Taurin und Lutein stärken nachweislich das Immunsystem. Fasern wie Mannan-Oligosaccharide fördern die Bildung von Antikörpern, wichtigen Bestandteilen des Immunsystems. Neuere Produktentwicklungen gehen in diesem Zusammenhang noch einen Schritt weiter. Durch den ausreichend hohen Zusatz der Aminosäure Lysin können die klinischen Symptome einer Herpesinfektion deutlich verringert werden. Herpesviren benötigen zur Vermehrung die Aminosäure Arginin. Die im Aufzuchtfutter enthaltene Aminosäure Lysin als Gegenspieler des Arginins verhindert die Virusreplikation.
Quellen
Illustrierte Fachzeitschrift für Katzenfreunde „die edelkatze“, Ausgabe 01/2009
ISSN 0013-0826, Herausgeber: 1. Deutscher Edelkatzenzüchter-Verband e.V.
Buch: „Praktischer Leitfaden Katzenzucht“, verlegt von Royal Canin
Text (überarbeitete & ergänzte Version): Gisela Teubner
© Fotos: Tony Campbell